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Die Reform des Personenstandswesens wurde im KRZN mit dem Produkt „AutiSta" des Verlages für Standesamtwesen (VfSt) konsequent umgesetzt

Zum 01. Januar 2009 trat ein neues Personenstandsgesetz (PStG) in Kraft. Dabei wurde eine Änderung des Speichermediums für die Personenstandsbeurkundungen durchgeführt. Die in Bücher gebundenen Einträge werden durch elektronisch geführte Personenstandsregister abgelöst. Parallel hierzu sind die zu führenden elektronischen Personenstandsregister zusätzlich in sogenannte Sicherungsregister dauernd und räumlich voneinander getrennt, sowie vor unberechtigtem Zugriff geschützt, aufzubewahren. Die Fortführung der Personenstandsregister und der Sicherungsregister für die elektronisch gespeicherten Daten kann hierbei bis zu 110 Jahre (Geburtenregister) betragen. Die Beweiskraft der elektronischen Personenstands- und Sicherungsregister wird durch den Einsatz von dauerhaft überprüfbaren elektronischen Signaturen der zuständigen Standesbeamtinnen und Standesbeamten realisiert. Zur Umsetzung der hiermit einhergehenden komplexen technischen Anforderungen hat der Gesetzgeber den Standesämtern eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2013 eingeräumt.

Im Kommunalen Rechenzentrum Niederrhein wurde im Rahmen eines Projektes unter Mitwirkung der Anwender eine geeignete Infrastruktur und Softwarelösung zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben ausgewählt, intensiv getestet und zwischenzeitlich implementiert. Basis ist die Software AutiSta und das Zusatzmodul ePR-Server des Verlages für Standesamtswesen. Die Einbindung von digitalen Signaturen erfolgt über die Komponenten der Firma procilon GmbH (ProDesk, ProGOV 3). Die erforderlichen, qualifizierten Signaturkarten wurden bei D-Trust beschafft. Zum Lesen der Signaturkarte wird ein Chipkartenlesegerät der Sicherheitsklasse 3 mit PIN-Tastatur und Display eingesetzt. Bis Anfang des Jahres 2010 wurden im Verbandsgebiet alle Standesämter auf die digitale Registerführung umgestellt.

Sofern auch die sogenannten Sammelakten der Standesämter heute bereits in vielen Teilen der Kommunalverwaltung bewährter elektronischer Form archiviert bzw. langzeitgespeichert werden, ist eine vollständig elektronische Datenhaltung in den Standesämtern mit all den hiermit verbundenen Vorteilen zukünftig möglich.

Im Rahmen der Reform des Personenstandswesens hat der Gesetzgeber durch das Deutschland Online Projekt einen geeigneten Datensatz zur elektronischen Übermittlung der heute noch überwiegend per Papier erfolgenden Mitteilungen der Standesämter realisiert. Mit dem Standard xPersonenstand sollen über den im Meldewesen bereits etablierten Standard OSCI ab spätestens dem 01. Januar 2014 bundesweit alle Nachrichten der Standesämter untereinander und mit Meldebehörden auf elektronischem Wege ausgetauscht werden.

Durch die Schaffung von interaktiven Workflows (z.B. zur Mitteilung von Geburten oder Sterbefällen) wird das Standesamt mehr und mehr zum rund um die Uhr erreichbaren kommunalen Dienstleistungsbetrieb.

Unter den heute erkennbaren Voraussetzungen stellt sich das Standesamt der Zukunft voraussichtlich spätestens ab dem 01. Januar 2014 bundesweit voll elektronisch vernetzt und entsprechend effizient sowie bürgerfreundlich dar.